Was war Ihr Traumberuf – und was wurde daraus?

Die BAM-Zytig wollte von sechs prominenten Persönlichkeiten wissen, ob sie heute das tun können, wovon sie als Kind geträumt haben. Und welche Tipps sie Jugendlichen mit auf den Berufsweg geben möchten.

Interviews: Peter Bader, Denise Fricker, Sarah Grandjean, Mia Hofmann, Elisa Malinverni; Fotos: zVg

Maelo Romani, 29, Influencer / Content Creator

«Lasst euch Zeit»

«Als Kind wollte ich Pilot werden – jetzt arbeite ich zu 100 Prozent als Influencer. Auf dem Papier sieht mein Weg klassisch aus: Gymnasium, Bachelor in Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, Nebenjob beim Radio. Doch bereits mit 16 Jahren begann ich, auf Social Media zu posten und Gaming zu streamen. Während Corona herrschte dann Goldgräberstimmung im Bereich der Shorts, der kurzen Videos: Ich machte mich selbständig und arbeite seit 2022 ausschliesslich als Influencer und Content Creator. Firmen zahlen mich dafür, ihre Produkte in Videos zu zeigen. Mein Tipp an Jugendliche: Tut, was euch gefällt und lasst euch mit der Berufswahl so viel Zeit, wie ihr braucht. Ansehen und Einkommen sind sekundär.»

Markus Arnold, 45, Chefkoch und Unternehmer

«Möglichst viel schnuppern»

«Als Jugendlicher wusste ich nicht genau, was ich werden will, und machte mehrere Schnupperlehren. Ich entschied mich für Koch – das war der einzige Beruf, der mich nicht langweilte. Morgens das turbulente Vorbereiten, dann die Spannung vor dem Mittags- und Abendservice, das gefiel mir. Der Einstieg war hart: Alles musste schnell gehen und abends schmerzten meine Beine. Ich war nicht besonders begabt, spürte aber, dass ich es mit viel Einsatz zu etwas bringen kann. Inzwischen bin ich seit zehn Jahren selbstständig und führe unter anderem das Restaurant Myle in Bern. Jugendlichen möchte ich mitgeben, dass man mit einer Berufslehre viel erreichen kann. Schnuppert in jeden Beruf rein, der euch interessiert, und gebt nicht zu schnell auf, wenn ihr an eure Grenzen stosst.»

Steffi Buchli, 47, Medienmanagerin

«Schliesst eine Ausbildung ab»

«Bereits als Kind wollte ich Journalistin werden. Heute bin ich als Beraterin beim Medienhaus BILD für die Transformation des Newsrooms zuständig. Das bedeutet viel Team-, Projektarbeit und Zeitdruck. Ich bin auch als Referentin tätig und leite Podien, als Erinnerung an meine ursprüngliche Arbeit als Journalistin. Ein Schlüsselmoment in meiner Karriere war der Weggang vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Als Sportmoderatorin führte ich ein cooles Leben, aber ich lernte nicht mehr viel Neues. Danach konnte ich mich weiterentwickeln. Den Jugendlichen wünsche ich, dass sie ihrem Herzen folgen: Schliesst eine Ausbildung ab und überdenkt diese Erstausbildung nicht. Dank des dualen Bildungssystems stehen euch dann sowieso viele Türen offen.»

Adrian Fuhrer, 30, Weltraumforscher

Aus der Küche in den Weltraum

«Mein Traumberuf war Uhrmacher. In der Schnupperlehre wies man mich aber auf die hohen Anforderungen in Mathematik hin, was mich einschüchterte. Also absolvierte ich eine Lehre zum Koch mit der Berufsmatur. Von der Stressresistenz und der Organisationsfähigkeit profitiere ich noch heute. Aber ich wollte mehr sehen als Restaurantküchen. Also begann ich an der ETH Zürich ein Studium in Lebensmittelwissenschaften, wechselte zum Maschinenbau und entdeckte meine Leidenschaft für die Raumfahrt. Heute bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Labor für Robotersysteme der ETH. Für diesen Weg brauchte es viel Arbeit, aber ich habe es gern gemacht. Jugendliche brauchen nicht unbedingt einen Karriereplan, sie sollen das machen, was sie interessiert. Dann landen sie am richtigen Ort.»

Laden...
BAM.LIVE
2. - 6. September 2026

  • Startseite
  • Über die BAM.LIVE
  • BAM-Campus
  • Ausstellende
  • Ausbildungen
  • Geländeplan
  • Tickets

  • Über diese Anwendung
    Geländeplan Ausstellende Tickets Mein Profil