Was war Ihr Traumberuf – und was wurde daraus?

Die BAM-Zytig wollte von sechs prominenten Persönlichkeiten wissen, ob sie heute das tun können, wovon sie als Kind geträumt haben. Und welche Tipps sie Jugendlichen mit auf den Berufsweg geben möchten.

Interviews: Peter Bader, Mia Hofmann, Lisa Jakob, Mike Sommer; Fotos: zVg

Manuel Häberli (33), Produktdesigner und ehemaliger Filmschauspieler

«Ich hatte als Kind keinen festen Traumberuf – das änderte sich ständig. Mit 13 spielte ich in Mein Name ist Eugen die Hauptrolle, weil meine Schwester mich einfach fürs Casting anmeldete. Das war spannend, aber mir war schnell klar, dass ich die Schauspielkarriere nicht weiterverfolgen will. Nach dem Dreh ging ich zurück in die Schule und machte Matura. Heute bin ich Produktdesigner und gestalte Alltagsgegenstände. Dabei sind Kreativität, räumliches Denken und Teamarbeit gefragt. Mein Rat an Jugendliche: Probier viel aus! Sprich mit Leuten, geh schnuppern. Frag dich: Kann ich mir vorstellen, das auch in zehn Jahren noch zu machen?!»

Alayah Pilgrim (22), Profi-Fussballerin

«Als Mädchen wollte ich Schönheitschirurgin oder Architektin werden. In meiner Familie gibt es viele Ärztinnen, weshalb ich schliesslich eine Lehre zur Fachfrau Gesundheit absolvierte. Ein toller, sozialer, abwechslungsreicher Beruf – eine Arbeit am Schreibtisch war für mich nie ein Thema. Der Betrieb kam mir als Fussballerin entgegen, ich hatte nur Früh- und keine Wochenenddienste. Dafür musste ich in der Lehre aber gute Leistungen abliefern. Es war eine sehr anspruchsvolle Zeit, ich war von morgens um sieben bis abends um zwölf unterwegs. Aber ich bin sehr diszipliniert, es kam für mich nie in Frage, die Lehre abzubrechen. Man braucht etwas in seinem Rucksack. Jugendliche sollen sich einen Beruf suchen, der ihnen wirklich gefällt. Es ist wichtig, in schwierigen Phasen durchzuhalten und sich wenn nötig Hilfe zu holen.»

Lorenz Häberli (38), Musiker («Lo&Leduc»), Historiker und Schriftsteller

«Zuerst wollte ich Fussballprofi werden, später Dinosaurierforscher oder Sportmoderator: Damals spielte und kommentierte ich Tipp-Kick-Matches. Mit 15 fing ich an zu rappen, mit Anfang 20 hatte ich die ersten Konzerte und Studioaufnahmen. Während dem Geschichts- und Germanistikstudium arbeitete ich eine Zeitlang in der Kommunikation. Den letzten Bürojob gab ich auf, als ich am Schweizerischen Literaturinstitut aufgenommen wurde. Mittlerweile ist die Musik meine Haupteinnahmequelle. Mir macht es grossen Spass, auf der Bühne zu stehen. Daneben habe ich ein Songwriting Projekt mit jungen Musiker:innen – dieser Austausch ist sehr inspirierend. Es ist okay, als junger Mensch noch nicht zu wissen, was man machen will: Es braucht Nachsicht mit sich selbst und auch den Mut, zu wechseln.»

Edith Hunkeler-Wolf (52), ehemalige Rollstuhlsportlerin und Referentin

«Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und hätte mir gut vorstellen können, Bäuerin zu werden. Aber auch die Büroarbeit auf dem Hof interessierte mich und so entschied ich mich für eine kaufmännische Lehre. Während meiner Lehrzeit durfte ich verschiedene Abteilungen kennen lernen, was sehr bereichernd für meine Zukunft war. Nach meinem Unfall und der Querschnittlähmung hatte ich das Glück, weiterhin als Kauffrau arbeiten zu können. Später liess sich die Arbeit gut mit dem Sport verbinden, bis ich den Schritt in die Selbständigkeit wagte. Für junge Menschen ist es wichtig, dass sie ihren ersten Beruf wirklich selbst wählen. Wenn man sich für etwas interessiert und Spass an der Arbeit hat, lernt es sich oft leichter. Es ist der erste Bildungsweg und es gibt unzählige Möglichkeiten, sich später weiterzuentwickeln.»

Guy Parmelin (66), Landwirt und Bundesrat

«Die Arbeit mit Tieren hat mich immer fasziniert, daher wollte ich ursprünglich Tierarzt werden. Nach dem Gymnasium entschied ich mich aber, den elterlichen Bauernhof zu übernehmen. Deshalb habe ich mich zuerst zum Landwirt und später zum Meisterlandwirt ausbilden lassen. An diesem Beruf gefiel mir, dass ich weitgehend unabhängig einen Betrieb führen und oft draussen arbeiten konnte – ein Privileg, das ich bei meiner Arbeit als Bundesrat manchmal vermisse. Für die Berufswahl finde ich Schnupperlehren sinnvoll. Jugendliche spüren sofort, ob ihnen eine Tätigkeit gefällt oder nicht. Die Berufslehre wird für viele junge Menschen auch in Zukunft der Königsweg sein. In unserem durchlässigen System stehen ihnen mit Weiterbildung alle Wege offen.»

Leila (23), Sängerin und Musikerin

«Während Corona habe ich aus dem Nichts einen Song veröffentlicht. In der Folge durfte ich mit der Berner Band Jeans for Jesus auf Tour gehen. Das war für mich ein Schlüsselmoment: Als ich die Reaktionen des Publikums spürte, dachte ich zum ersten Mal, ich könnte es wirklich als Musikerin versuchen. Ich habe eine Grafik-Lehre abgeschlossen: Deshalb kann ich an Covers, Plakaten, Merchandise oder Musikvideos mitarbeiten. Die Berufswahl war für mich stressig: Ich habe erst das Gymnasium abgebrochen, ein Austauschjahr in Genf und England absolviert und den Vorkurs gemacht – und das ist voll okay so! Diese drei Jahre haben auch zu meiner jetzigen Karriere beigetragen. Also: nicht zu fest mit den Anderen vergleichen und immer den eigenen Weg gehen.»

BAM.LIVE
3. - 7. September 2026

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